Das deutsche L&B-Team zu Besuch bei Sino-Cooperation: Schlüsselakteure in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit verbinden
Sino-Cooperation Platform, Yu Yijun
10. Mai 2026
Gestern durften wir Tobias von L&B in unserem Büro in Shenzhen begrüßen.
Es war kein einfacher Besuch, sondern ein sehr inspirierender Austausch.
Wir haben über eine Frage gesprochen, die aus meiner Sicht für die heutige deutsch-chinesische Zusammenarbeit immer wichtiger wird:
Der eigentliche Wert liegt nicht mehr nur darin, „wen man kennt“. Entscheidend ist vielmehr, wer in der Lage ist, unterschiedliche Ressourcen, Erfahrungen und Marktzugänge so miteinander zu verbinden, dass daraus ein tragfähiger und nachhaltig funktionierender Kooperationskreislauf entsteht.
Je länger ich in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit tätig bin, desto stärker bin ich überzeugt: Jede erfahrene Person und jede Institution, die über Jahre hinweg ein bestimmtes Feld bearbeitet hat, ist ein wichtiger Knotenpunkt.
- Manche verstehen die technologische Logik deutscher Unternehmen.
Andere kennen die industriellen Bedarfe des chinesischen Marktes. - Manche sind stark im Projektmanagement.
Andere wissen, wie Marktzugang praktisch aufgebaut wird. - Manche kennen die europäischen Regeln und Strukturen.
Andere verstehen die tatsächlichen Fragen und Unsicherheiten chinesischer Unternehmer.
Für sich allein betrachtet hat jeder dieser Knotenpunkte eine eigene Stärke, aber auch eigene Grenzen.
Wenn diese Knotenpunkte jedoch Vertrauen aufbauen, sich gegenseitig ergänzen und ihre Kompetenzen sinnvoll miteinander verbinden, kann daraus ein wirklich belastbares deutsch-europäisch-chinesisches Kooperationsnetzwerk entstehen.
Für Sino-Cooperation liegen unsere Stärken im Wesentlichen in drei Bereichen.
Erstens sind wir seit vielen Jahren tief in chinesischen Unternehmernetzwerken der Fertigungsindustrie verankert. In unserem Netzwerk gibt es zahlreiche chinesische Unternehmen, die sich aktuell mit Investitionen in Europa, dem Aufbau von Niederlassungen, der Suche nach Kooperationspartnern oder dem Aufbau von Service- und After-Sales-Strukturen beschäftigen. Wir wissen, was diese Unternehmen suchen, und wir kennen auch ihre Sorgen vor einer konkreten Entscheidung.
Zweitens begleiten wir seit Jahren deutsche technologieorientierte Unternehmen beim Zugang zum chinesischen Markt. Daraus ist schrittweise eine eigene Methodik entstanden: Wie versteht man chinesische industrielle Bedarfe? Wie identifiziert man echte Anwendungsszenarien? Wie baut man wirksame Verbindungen zu Lokalregierungen, Industrieparks und potenziellen Unternehmenskunden auf?
Drittens beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie Industrieprodukte und technische Lösungen im Markt richtig kommuniziert werden. B2B-Marketing für Industrieunternehmen bedeutet nicht, einfach Werbung zu machen. Es geht darum, technische Kompetenz in eine Sprache zu übersetzen, die Kunden verstehen, der sie vertrauen und auf deren Basis sie handeln können.
L&B bringt auf europäischer Seite wiederum eine sehr wertvolle Erfahrung ein, insbesondere in den Bereichen Projektmanagement, interkulturelles Projektmanagement, Projektstrukturierung, Kommunikation, Koordination und Umsetzung.
Diese Fähigkeiten sind in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung. Viele Projekte scheitern nicht daran, dass auf beiden Seiten kein Interesse vorhanden wäre. Sie scheitern vielmehr daran, dass Ziele, Tempo, Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Umsetzungsmechanismen nicht klar genug definiert sind.
Genau hier sehe ich eine starke komplementäre Basis für unsere zukünftige Zusammenarbeit.
Sino-Cooperation ist näher am chinesischen Markt, an chinesischen Unternehmern und an konkreten industriellen Bedarfen.
L&B ist näher an europäischen Unternehmen, europäischen Projektlogiken und interkulturellen Umsetzungsstrukturen.
Wenn es gelingt, diese Stärken miteinander zu verbinden, können wir mehr deutsch-chinesische Projekte dabei unterstützen, den Schritt von „gegenseitigem Interesse“ zu echter Umsetzung zu gehen.
Als Brücke zwischen dem chinesischen und dem deutschen Industrieökosystem möchten wir in den kommenden Monaten außerdem noch systematischer daran arbeiten, das Wissen und die Erfahrung deutscher Experten, Institutionen und Unternehmen für chinesische Unternehmer greifbar zu machen.
Es geht nicht darum, abstrakt zu sagen: „Deutsche Technologie ist stark“ oder „Europa bietet Chancen“.
Es geht darum, chinesischen Unternehmen konkret zu helfen, zentrale Fragen besser zu verstehen:
- Welche Projekte eignen sich wirklich für Europa?
- Welche deutschen oder europäischen Ressourcen können konkrete Probleme lösen?
- Welche Fähigkeiten sollten Unternehmen vor dem Markteintritt in Europa aufbauen?
- Und wie können beide Seiten durch professionelle Arbeitsteilung einen umsetzbaren und nachhaltigen Kooperationsprozess entwickeln?
Deutsch-chinesische Zusammenarbeit ist selten ein einzelner Durchbruch. Sie ist vielmehr eine systemische Verbindung aus Vertrauen, Struktur, Übersetzung, Projektmanagement und langfristigem Engagement.
Eine wirklich wertvolle Brücke stellt daher nicht nur Kontakte her.
Sie sorgt dafür, dass die richtigen Menschen, die richtigen Ressourcen und die richtige Methodik zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen.
Vielen Dank, Tobias, für den Besuch und den offenen Austausch. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit L&B weitere Ideen in konkrete Projekte umzusetzen.
